Bericht einer begeisterten Naturliebhaberin über einen Spaziergang in der Au
Vom Bahnhof Kierling ging es entlang des Durchstichs, dem fließenden künstlich angelegten Donauarm, bis zur Brücke beim Martinsteg. „Dort geht die Umfahrungsstraße hinauf, wenn sie gebaut würde“, zeigt uns Edith.
An der Grenze des Schutzgebiets „Natura 2000“ tauchten wir ein in die grüne Auenlandschaft: Büsche, Bäume, allerlei grünes Blattwerk am Wegrand gefiel uns. Da - ein Rehlein guckte am Waldrand neugierig hervor, ein zweites kam nach wenigen Minuten nach – und das um die Mittagszeit!
Vogelgezwitscher rund um uns. Und kurz darauf hörten wir den Gesang des Pirol, der mit seiner besonderen Stimme deutlich heraus zu hören war – wie eine extra Begrüßung für uns!
Pappelsamen flogen durch die Luft, fast wie leichtes Schneegestöber. Mitten am Weg saß ein Schmetterling. Die ganze Gruppe umringte den Falter, um zu bestimmen zu welcher Art er gehört – blauschwarz schimmernde Flügel, gezackte Ränder mit blauen Tupfen – jetzt sahen wir auch, warum er so ruhig am Weg saß, ein Flügel war leicht beschädigt. Es war ein „kleiner Eisvogel“ – ein Falter, der in Flusslandschaften heimisch ist.
Reste vom letzten Hochwasser zeigten uns die Schlammspuren auf den Blättern und in den Niederungen; wo undurchlässiger Boden war, standen die Baumstämme noch „bis zu den Knien“ im Wasser. Es ging Richtung „Weiher“ dem Teich, der laut Edith ein Herzstück der Klosterneuburger Au ist. Und wahrlich: ein wunderschöner Seerosenteich, umwachsen mit Laubbäumen, eingebettet in Stille, Heimat eines Reiherpärchens und einiger Biber. Spuren überall. Wir setzten uns auf einen alten umgefallenen Baum, hielten Rast, lauschten auf die Naturgeräusche. Da – ein Frosch, er quakte so laut, dass wir meinten Edith hätte ein „Knöpfchen“ gedrückt! Aber es quakte munter weiter, wir konnten ihn auch durch näher kommen nicht unterbrechen – und seine deutliche Stimme begleitete uns noch eine Weile.
Voll vom Erlebten, und voll vom Nicht-Erzählbaren Schauen und Betrachten, einfach voll von Eindrücken, mit der Gewissheit wiederzukehren spazierten wir zum Parkplatz zurück.
Danke, liebe Edith!
Augustine Mühlehner