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Reaktion auf Pröll-Brief von Brigitte Berger-Görlich

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Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!

Über Ihr Schreiben bezüglich der Umfahrung habe ich mich sehr gefreut, weil es das erste Zeichen einer direkten Auseinandersetzung mit den betroffenen Bürgern ist. Ich muss aber gleich mit einem Missverständnis aufräumen: Ich habe Sie nie und ich werde Sie nie bei der Verwirklichung dieses Projekts unterstützen. Sie überzeugen mich mit diesem Schreiben genauso wenig wie bisher. Ich sehe dieses Projekt als eine ökologische und wirtschaftliche Katastrophe, die die derzeitige Lebensqualität von Klosterneuburg langzeitig gesehen stark reduzieren wird.

Klosterneuburg lebt von der Naturnähe, der relativen Ländlichkeit und dem gemütlichen Charakter einer in sich geschlossenen Kleinstadt. Das macht das Wohnen hier begehrenswert, zieht Touristen, Radfahrer und Kulturinteressierte an. Durch dieses Bauprojekt geht der ländliche Charakter verloren, das von Klosterneuburgern, Wienern, und ausländischen Radtouristen äußerst begehrte Stück des Donauradweges und unser schönes Stift werden unattraktiv. Das Fehlen einer Abfahrt zum Stadtplatz wird zusätzlich Kaufkraft abziehen und die Infrastruktur schwächen. Klosterneuburg wird immer mehr den Charakter eines Wiener Außenbezirkes in Gürtel- oder Tangentennähe erhalten.

Außerdem mündet diese irrsinnig teure Variante der Umfahrung in Kritzendorf und in Gugging in die Einspurigkeit. Das lässt zweierlei Schlüsse zu:

Entweder handelt es sich um einen Schildbürgerstreich auf unsere Steuerkosten oder Sie und Ihre Mitarbeiter haben geheime Fortsetzungspläne, die Sie uns Bürgern aus Angst vor Protest verheimlichen. Wir wollen aber Politiker, die für und nicht gegen uns regieren, die ehrlich mit uns sind!!!

Ihr Gesinnungskollege Bundesminister Grasser sagte in der ZIB 2 am 13.6. 06: „Und wir wissen, dass das, was wir jetzt tun, die Zukunft unserer Kinder ist!“ Wissen Sie das auch?

Wenn ja, wie können Sie dann ein Erbe, das auf Betonmassen, Auto- und v.a. Fernlastverkehr basiert, rechtfertigen, zu einem Zeitpunkt, wo alle wissen, dass wir dabei sind unsere Gesundheit, ja unsere Welt auf diese Art zu zerstören?!?

Prof. Bernd Lötsch sagte in seiner Rede in der Klosterneuburger Au am 17. Juni:
Es liegt nämlich deshalb im Staate vieles schlecht, weil das Gebrüll der Baulöwen stärker ans Ohr der Politiker dringt als die Nöte der Bevölkerung.

Bitte nehmen Sie sich von diesem Urteil aus! Bitte hören Sie den Hilferuf der betroffenen Bevölkerung! Bitte werten Sie die Verwirklichung von internationalen Transitschneisen nicht höher als die Qualität unserer und unserer Nachfahren Umwelt!

Mit besten Empfehlungen

Brigitte Berger-Görlich

Last modified 2006-07-16 02:48 PM
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