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Reaktion auf Pröll-Brief von Maria Nebehay

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Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!

Eigentlich habe ich mich gestern schon sehr gewundert, als Ihr Brief ins Haus flatterte.

Meine erste Reaktion war: Wie unsicher muß doch unser Landesvater in der Frage der Umfahrung sein, wenn er es der Mühe wert findet, jedem einzelnen Klosterneuburger persönlich einen Brief zu schreiben und ihm die Umfahrung einzureden.

Aber ich möchte Sie trösten: Ich verstehe Ihre Unsicherheit vollkommen. Ich möchte diese unglückselige Entscheidung auch nicht treffen müssen.

Aber vielleicht helfen Ihnen einige Gedanken einer von der Umfahrung vierfach-betroffenen Familie.

  1. Kein Mensch wurde in Klosterneuburg gefragt, ob er diesen Wahnsinns-Eingriff, der das Antlitz Klosterneuburg zerstört, überhaupt will. Aber das ist ja seit Jahren die Methode unseres Bürgermeisters, über die Köpfe der Bevölkerung einfach hinwegzuregieren.

  2. Jeder in Klosterneuburg wünscht sich natürlich eine Anbindung ans Gewerbegebiet, die unsere Stadtregierung seit 20 Jahren verschlafen hat. Leider wurde auch hier nicht auf die Bevölkerung gehört, denn es gäbe eine wesentlich bessere Stelle Richtung Wien, die nicht direkt ins Wohngebiet eingreift. Auch hier nimmt Dr. Schuh eine diktatorische Haltung ein.

  3. Sie waren bei der Eröffnung des Stiftes Klosterneuburg Ehrengast. Wie ist es Ihnen ergangen, als Barbara Rett in höchsten Tönen den "herrlichen Ausblick" auf die Au lobte? Haben Sie sich nicht auch gedacht, damit ist es in Kürze vorbei? Die Gäste des Stiftes und die armen Chorherren werden bald auf die Verkehrslawine hinunterblicken müssen. Schöne Aussichten!

  4. Und noch etwas, Herr Landeshauptmann: Zu meinem großen Erstaunen mußte ich im Fernsehen unlängst von Ihnen hören, dass man in "Ruck-zuck" durch die neue Verkehrsituation bei der Elite Uni Gugging sei. Ist es vielleicht möglich, dass Sie die Pläne gar nicht kennen, denn kein Mensch kann von der neuen Wunderwuzzistraße nach Gugging abfahren, denn es gibt keine Ausfahrt zu diesem schönen Ort. Alle müssen leider wieder über die alte B14 und über den Stadtplatz fahren, der doch entlastet werden soll. Und am Ende der tollen neuen Straße geht es dann einspurig weiter nach Kritzendorf. Klingt das nicht ein bisschen stark nach "Schilda"?

Ich bitte Sie im Namen tausender Klosterneuburger und vor allem im Namen meiner Familie, sich dieses verhängnisvolle Projekt noch einmal zu überlegen.

Hochachtungsvoll,

Maria Nebehay


Last modified 2006-07-21 12:34 PM
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