Ein paar schriftliche Reaktionen auf die Informationsveranstaltung "Verkehrskonzept Klosterneuburg" der Stadtgemeinde Klosterneuburg
Presseaussendung zum "Verkehrskonzept Klosterneuburg"
Herrn Bürgermeister
Dr. Gottfried SchuhRathaus
3400 Klosterneuburg
18. Juni 2008
Bürgerinformation Innerstädtische Verkehrsmaßnahmen
Lieber Herr Bürgermeister!
Ich bin am 18. 6. zur Bürger-Informationsveranstaltung gekommen, weil ich mich aus erster Hand über die Verkehrsmaßnahmen informieren wollte. Wer kein Interesse dafür aufbringt, darf sich auch nicht aufregen. Natürlich habe ich mir erwartet, dass Anregungen und Vorschläge aus dem Publikum angehört und ernst genommen werden. Sehr enttäuscht durch die ablehnenden und schnippischen Reaktionen, die vom Podium zurückkamen, habe ich dann auf eine Wortmeldung verzichtet. Es macht mich sehr traurig, dass in Klosterneuburg Mitbestimmung nicht geschätzt wird und aktive Teilnahme am Stadtgeschehen scheinbar unerwünscht – weil unbequem - ist.
Alles in allem blieb der bittere Nachgeschmack, dass die Stadtgemeinde ein gescheitertes Projekt mit Nachdruck verteidigen muss, um nicht das Gesicht zu verlieren und die Sorgen und Einwände der Bevölkerung belächelt. Ich kann und will es nicht glauben, dass das die Absicht dieser Veranstaltung war. Sie wollten doch sicher als Stadtoberhaupt der interessierten Bevölkerung stolz präsentieren, was sich beim Klosterneuburger Verkehrskonzept in Zukunft verbessern wird.
Es kann nicht in Ihrem Sinne als sorgender Stadtvater sein, dass
durch Bürger/innen bei der Versammlung die Schwierigkeiten aufzeigt werden müssen, die möglicherweise für Einsatzfahrzeuge entstehen können,
sich das Gymnasium gemeinsam mit einem Mobilitätstrainer und dem SGA überlegt, wie die Schüler/innen sicher die Buchberggasse überqueren können, um pünktlich beim Unterricht zu sein,
ein Mit-Diskutant in Sorge die Frage nach einem Plan für ein Notfalls-Szenario auf der Umfahrung stellt und damit abgespeist wird, dass im Verkehrsfunk täglich die Meldungen kommen, dass auch in Schwadorf, oder sonstwo, vier Stunden im Stau gewartet werden muss.
Die Aufforderung von Hrn. DI Kiener, konkrete Beispiele für die Verbesserung der Anschlüsse beim Busverkehr zu bringen, fand ich sehr positiv. Damit hat er die Anwesenden ermutigt, spezielle Fälle aufzuzeigen und nicht nur zu meckern. Er hat erwähnt, dass auf seine Initiative hin der Rotgrabenbus in Weidling jetzt drei Minuten wartet, damit ein Anschluß gewährleistet ist. Haben Sie schon einmal gesehen, wo der Bus wartet? Nach der unübersichtlichen Kurve bei der Kirche, wo die Schulkinder weder vor noch hinter dem Bus die Strasse überqueren können, weil die Autofahrer gezwungen sind, in zweiter Spur um den Bus herum um die Kurve in die Lenaugasse zu fahren (und kein entgegenkommendes Fahrzeug erhoffen), damit nicht ganz Weidling lahmgelegt wird. Für die drei Personen, die diesen Bus benützen, würde wahrscheinlich auch ein kleiner CityBus reichen. (Ich weiß, das hat nichts mit den innerstädtischen Verkehrsmaßnahmen zu tun, doch eine Verkehrsberuhigung ist ja auch außerhalb des Stadtkerns wünschenswert, um das "Lebenswerte Weidling" für die Bewohner attraktiv zu erhalten). Nach der Erfahrung von heute verliere ich wieder einmal den Mut und die Lust, "Sorgen aus dem Dorfleben" an die Stadtgemeinde heranzutragen.
Soll ich jetzt noch nachfragen, warum es trotz Umfahrungsstrasse (deren Verlauf und Gestaltung ja nicht viel zur Ortsbildbehüschung von Klosterneuburg beiträgt) in Weidling ein erhöhtes Verkehrsaufkommen geben wird?
Lieber Herr Bürgermeister, ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meinen Brief zu lesen und wünsche mir, dass meine ehrlichen Worte so angekommen sind, wie ich es beabsichtigt habe und meine Anregungen beim nächsten Verkehrsausschuss nicht in der Schublade vergessen werden.
Vielen Dank für Ihr offenes Ohr und liebe Grüße aus dem noch "Lebenswerten Weidling"
(Name der Redaktion bekannt)
18. Juni 2008
Guten Morgen Bernd!
Sorry, meine Kommentare zum Verkehrskonzept-Meeting heute Abend kommen auf den letzten Drücker!
Ich denke, das Verkehrskonzept ist so gewollt und gelenkt- dahingehend, dass der Tunnel wirklich notwendig wird- also genügend Leidensdruck in der Bevölkerung entsteht (Ich beziehe mich eher auf die Planung Nähe Martinsviertel). Gegenüber den Anwohnern der Albrechtsstr. und Hölzlgasse ist das extrem unfair, weil sie ein Mehrfaches dessen erleiden werden müssen, was sich derzeit am Stadtplatz abspielt (also inklusive des zusätzlich angelockten Verkehrsaufkommens).
Größtenteils lässt sich daran wohl nichts ändern, da das Ende der Umfahrung (Teil II) im Kreisverkehr am SPAR eine bauliche Tatsache darstellt (es ist wie eine "Zwickmühle" beim Mühlespiel! - je mehr wir meckern, desto dringender erscheint der Tunnel!).
Vielleicht könnte man aber schon auf die Staus nach Eröffnung von "Teil II" der "Entlastungsstraße" hinweisen und jetzt schon auf Maßnahmen im Öffentlichen Nahverkehr dringen - Busse, die keine Stadtrundfahrt machen, sondern gezielt und sternförmig wichtige Punkte anlaufen- P&R für FJB, Gymnasium, Gewerbegebiet, Happyland usw.
Sonst würde ich nur noch ganz private Erfahrungen zu den Varianten "Stadtplatz" einbringen wollen: Der Radweg "außerhalb" (rechts von) des Parkstreifens (also neben Bürgersteig) ist eine gute Sache: Variante 3: Das gibt es stellenweise in Mainz (wo ich gerade arbeite) auch. Man läuft als Radler deutlich weniger Gefahr, von aus-/einparkenden Autos umgefahren zu werden. (allerdings muss man sich öffnende Beifahrertüren im Auge haben).
Viele Grüße,
-leider von ganz weit weg-
(Name der Redaktion bekannt)
17. Juni 2008
Lieber Bernd,
Danke für die Information, kann selber leider nicht zur Veranstaltung kommen, hab auch keine Ahnung ob es dabei oder sonst irgendwann die reale (nicht alibi-)Chance besteht sinnvolle Anregungen einzubringen. Mir ist jedenfalls etwas aufgefallen, was ich zumindest Dir gegenüber jetzt sagen muss: "Mehrzwecksstreifen" zwischen dem fließenden Auto-Verkehr und parkenden Autos sind der Horror und ich dachte eigentlich, dass die schon längst nicht mehr in Erwägung gezogen werden. Klosterneuburg ist da aber vielleicht ein bisserl anders.
Als Radfahrer schwebt man auf solchen Mehrzwecksstreifen in permanenter Lebensgefahr. Theoretisch muss sich natürlich jeder Ausparker vergewissern, dass kein Radfahrer kommt bevor er losfährt, und für die Pkws und Lkws ist der Mehrzweckstreifen tabu. Mag sein, dass sich auch 99% der Autofahrer daran halten. Aber 1% bei ein paar 1000 Autos am Tag ist verdammt viel. Und für jeden Radfahrer, der abgeschossen wird sind auch 0,1 Prozent zu viel.
Aus leidvoller Erfahrung als Radfahrer weiß ich, dass du auf solchen Mehrzweckstreifen mit Hochspannung und vollster Konzentration fahren musst um permanent irgendwelche Fehler von Autofahrern zu kompensieren. Der schmale Streifen wird ständig von den Autofahrern als willkommene Pufferzone verwendet etwa um Abbiegern oder sonst etwas auszuweichen, oder schnell mal zum Anhalten/Aussteigen lassen verwendet oder einfach auch nur durch schlampiges weit rechts fahren eingeengt. Und auf der anderen Seite fährst Du ständig knapp an den Stoßstangen vorbei (bei Schrägparkstellung) oder an den Flanken der parkenden Autos und musst wie ein Haftlmacher aufpassen, ob sich nicht plötzlich eine Stoßstange in Bewegung setzt oder eine Autotüre aufgeht, die dich zwingt plötzlich auszuweichen, nach links, wo die Autos haarscharf an dir vorbei brausen. Ein Horror! Daher kommt für mich, wenn überhaupt nur die Umgestaltungsvariante 3 für den Stadtplatz in Frage.
Viel Spaß am Mittwoch!!!
Liebe Grüße
(Name der Redaktion bekannt)