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Kommentar zu Folien von Firma DI Kiener, Verkehrskonzept Klbg. 2008

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Manche Bürger machen sich die Sache nicht leicht und scheuen sich nicht vor Komplexität und Detail. Dieser Leserbrief drückt selbstverständlich die Meinung des Autors aus, die sich aber weitestgehend mit jener der PUK deckt.

Anmerkung: Die referenzierten Folien können hier eingesehen werden. [pdf, ca. 4.8MB]

Martin Gruber, Steinhäuslgasse 23, 3400 Klosterneuburg

E-Mail: martingruber2 *at* gmx.at

  • Auf der Folie Nr. 4 (des vollständigen Foliensatzes) betreffend: Verkehrsbelastungen (DTV) 2005 - Ohne Umfahrung werden interessante Zahlen angegeben, aber nicht in welcher Richtung (etwa von Wien oder nach Wien). Auch die durchschnittlichen Kennzeichen, ob WU oder andere wurden scheinbar nicht erhoben. Damit ist diese Verkehrsanalyse sehr dürftig, oder in anderen Worten: Geb ich dir meine Zahlen nicht, hast du auch keine Meinung dazu. Das war vermutlich auch der Grund, warum die Stadtgemeinde Klosterneuburg nicht (!) den richtigen und vollständigen Foliensatz zur Verfügung stellte.
  • Auf der Folie Nr.6 betreffend: Verkehrsbelastung (DTV) Prognose 2009 ohne Verkehrsmaßnahmen werden auch nur wieder die Mindestzahlen angegeben, es ist wieder keine Analyse der abzweigenden Ströme angeführt. War die Folie zu klein oder was sonst ? Gibt es solche Analysen für den realen Bedarf (immer hochgerechnet auf einen nahezu 100%igen Individualverkehr in seiner ärgsten Ausführung). Wieviel trägt hier der öffentliche Verkehr ? Wieviel die Bahn ? Wurden diese Daten erhoben oder schlicht und einfach ignoriert – nach dem Motto: ich brauche keinen ÖV, ich bin Autofahrer ?
    Was besonders in den beiden Folien Nr. 4 und 6 verwundert, ist: daß die Zahlen der zu- und abfließenden Ströme niemals (!) mit den Gesamtzahlen in diesen Diagrammen übereinstimmen. Verbröselt sich sozusagen ein nennenswerter Teil des Verkehrs in den diversen Stadtvierteln, wo es doch gar nicht genug Parkplätze gibt für diese Masse an Autos ?
  • In der Folie Nr. 7 betreffend der Verkehrsmaßnahmen werden die tollsten Zahlen aufgeführt, die jedoch jedem halbsweg mathematisch gebildeten Menschen die pure Zornesröte ins Gesicht treiben ! Erstens sind diese Zahlen nur bei extrem repressiven Maßnahmen möglich, in drei Fällen wird eine Entlastung von 80% angestrebt, wobei auch hier der Durchsatz der neugebauten Entlastungsstraße nur mit ca. 15.200 Fahrzeugen angegeben wird. Die bisherige B14 schluckte im Bereich des Stiftes aber bis zu 30.000 Fahrzeuge. Ist das nun eine Entlastungsstraße light, mit der Bitte : BITTE NICHT BENUTZEN ???
  • Nach einigen allgemein (nichtsagenden) Folien geht es weiter zur Nr. 11 betreffend der Umgestaltung Wienerstraße: Hier ist anzumerken, daß der Radweg – warum auch immer – verschwenkt wurde (sind Fußgeher und Radfaher etwa Temposünder per se ?), und die Fahrbahn der ehemaligen B14 mit einem Grünstreifen verziert wurde. Daß dann keine Einsatzfahrzeuge mehr überholen können und daß die Busspur völlig aufgelöst wurde, wird anscheinend als sinnvoll betrachtet. Obwohl es eine pure Frechheit der Allgemeinheit, den Einsatzfahrzeugen und dem ÖV gegenüber ist.
  • Auf den Folien Nr. 12 und Nr. 13 betreffed der Kreisverkehrsanlagen sind zwei interessante Kreisverkehre zu sein. Der Sinn erschließt sich zwar nicht, aber es wird schön teuer werden ! Auch der Radweg zum Kreisverkehr Niedermarkt läuft kreuz dem Busverkehr zum Parkplatz und der Radweg endet scheinbar überhaupt auf einem Miniparkplatz. Vielleicht wurde hier die Verkehrsberuhigung nur auf den ÖV angewandt ?
  • Die nächsten Folien Nr. 14, 15, 16 und 17 betreffend der Varianten Stadtplatz 1 – 4 sind so gegliedert daß die Variante 1, 2 und 4 ähnlich sind und es eigentlich nur 2 Varianten gibt, Mehrzweckstreifen für Fahrradfahrer auf der Straße oder Fahrradstreifen am Gehsteig. Hier wäre es an der Zeit zu sagen „Was soll ich sagen, so oder so ?“. Bei einem Fahrradweg am Gehsteig, wären unweigerlich die älteren Fußgeher massiv gefährdet, unschöne Konfliktsituationen wären hier die Folge. Bei einem Mehrzweckstreifen auf der Straße werden die Fahrradfahrer zu Freiwild gegenüber Falschparkern und Lieferwägen, die dann auf dem Mehrzweckstreifen parken würden. Wie sich das alles mit den großen Linienbussen ausgeht, sei hier dahingestellt.
  • Bei Folie Nr. 19 getreffend der Durchfahrtssperre Obere Stadt, kommt einer der Hauptfehler dieses Kiener Konzeptes zum Tragen. Dieser Fehler ist auch mathematisch in einer der nächsten Folien ersichtlich. Es sollen hier zwei neue Ampeln in der Buchberggasse errichtet werden, was zu spanndene Wartezeiten in der Schulstoßzeit führen dürfte. Auch eine bergauffahrender Bus, der vor der Ampel steht, ist sicher nicht zu beneiden. Die Maßnahme mit den Fahrverboten muß als sehr ungewöhnlich, ja sogar kontraproduktiv angesehen werden. In Wien sind hier die Einbahnen zu einer Kunstform des Fahrens erhoben worden, vielleicht sollte Klosterneuburg den Einbahnen gegenüber den Fahrverboten den Vorrang geben. Was man hier sieht, tritt in einer der folgenden Folien in Zahlen zutage: es wird massiv Verkehr produziert anstatt vermieden.
  • In der Folie Nr. 20 betreffend der 2. Stufe: VK Bremse Obere Stadt Buchberggasse – Hermannstraße ist nur ersichtlich, daß es: 1.) einen neuen Schleichweg zwischen Mühlengasse, Burgstraße und Markgasse geben wird und 2.) daß die Bewohner der Markgasse einfach zum Parkplatzanreiner, vulgo Stauopfer, absteigen dürfte. Den Verkehr von der Buchberggasse in die Markgasse zu versetzen, ist eine billige Lösung, die den Erfordernissen der oberen Stadt sicher nicht gerecht wird.
  • In der Folie Nr. 21 betreffend der 2. Stufe: VK Beruhigung Leopoldstraße – Rathausplatz ist folgendes anzumerken: Der große Traum, den Rathausplatz so gut wie autofrei zu bekommen, wurde wieder nicht verwirklicht, stattdessen ein munteres Kreisfahren mit vielen Parkplätzen. Werden hier auch die Rundenzeiten gemessen ? Was zu einem Schanigarten in der Leopoldsstraße zu sagen ist, bei dem der Durchzugsverkehr (siehe oben) durchrauscht, erübrigt sich.
    Auch an Radwege wurde in der oberen Stadt völlig vergessen nach dem Motto: ich bin Autofahrer und brauche daher keine Radwege !
  • Ab Folie Nr. 23 betreffend VK Beruhigung Stadtplatz - Kierlingerstraße dürfte den Planern endgültig die Puste und die Geduld mit der Stadt Klosterneuburg ausgegangen sein. Es gibt mit Ausnahme eines bescheidenen Mittelstreifens, der höchstens die Einsatzfahrzeuge und Busse behindert nichts mehr neues zu zeigen. Dafür soll die Stadtgemeinde und damit auch der Steuerzahler Geld zahlen ?
  • Die nächsten beiden Folien Nr. 24 und Nr. 25 beweisen, was oben schon erwähnt wurde: Die Verkehrsbremse Obere Stadt produziert Verkehr und das nicht unerheblich und der Stadtplatz wird scheinbar entlastet. Die Verlierer sitzen eindeutig in der oberen Stadt, diese wird in einem Fahrverbots-wirrwarr zu Tode gekocht. Es wird sogar ein Teil der oberen Stadt an die Umfahrung weggeschwindelt (in Bezug auf KFZ Anzahl).
  • Bei Folie Nr. 26 betreffend des Radwegeausbaus ist nur zu sagen, daß bei einem neuen Schleichweg Mühlengasse – Burgstraße – Markgasse die Radfahrer in der Mühlengasse sich sicher über Gesellschaft freuen dürften.
  • Bei Folie Nr. 27 betreffend des Zeitablaufes ist anzumerken, daß gerade bei einer wirtschaftsorientierten Partei wie der ÖVP hier exakte und auch nur geschätzte Zahlen zu den gesamten Bauvorhaben völlig fehlen. Auch der Martinstunnel wird hier schon als gottgegeben vorrausgesetzt. Wer das alles zahlt ist klar, der Steuerzahler, und der erfährt in der offiziellen Version des Foliensatzes nichts über die Kosten und nichts über die auch nur geschätzen KFZ Zahlen, die sich über unsere Straße bewegen.

Dieser Leserbrief kann mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlicht werden !


Last modified 2008-07-02 12:07 PM
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