Abschied des Superfrog
Wolfgang
Schröter
Metzgergasse
33400
Klosterneuburg-Weidling
Superfrog
In
den Tiefen der Au 1 3400 Klosterneuburg
Weidling,
den 15. Dezember 2008
Superfrog-Abschieds-Aussendung
Am
Freitag, den 13. Oktober 2006, war ein historischer Tag .
Damals
führte ich gegen 15.00 Uhr meine erste Superfrog-Aktion durch:
Ich
drückte mit einem Schraubenzieher das Gittertor der Haas-Siedlung
auf. Damals begann das Projekt Superfrog .
Am 31. Dezember 2008 , um exakt 24.00 Uhr, wird das Projekt Superfrog enden. Ab 1. Jänner 2009 , 00.00 Uhr, wird Superfrog Geschichte sein.
Zum oben genannten Zeitpunkt trete ich sowohl als Superfrog als auch als offizieller Dorf- Tepp von Weidling zurück und löse mich sowohl als kriminelle Organisation gemäß § 278a StGB als auch als terroristische Organisation gemäß § 278b StGB auf.
Die Gründe dafür sind komplex und vielfältig.
Da gibt es zunächst einmal ethische Gründe:
Zwar bin ich nach wie vor der Meinung, dass es unter den Politikern totale Gfraster gibt, und dazu stehe ich auch weiterhin . Allerdings - es gibt auch anständige Politiker, sogar in der ÖVP ! Wenn ich nun in einem Rundumschlag alle Politiker beschimpfe, dann tue ich den anständigen unter ihnen Unrecht. Das ist ethisch nicht korrekt.
Solange meine Wut auf die Umfahrung und die diversen anderen Beton-Orgien unbändig war, musste sie einfach raus, und ich habe gewisse Kollateral-Schäden durch pauschale Beschimpfungen in Kauf genommen. Das war damals unvermeidlich. Mittlerweile aber habe ich den Autoritäten meinen Protest laut genug ins Gesicht gebrüllt und das musste auch sein - aber nun ist es genug !
Jetzt kann ich wieder sachlicher sein und differenzieren.
Ein weiterer ethischer Grund:
Wenn man ständig im Dreck wühlt, wird man selbst dreckig .
Schon habe ich die Grenze erreicht, wo gerechter Zorn in Rachsucht und Boshaftigkeit übergeht. Es wird jetzt Zeit, aus dieser Spirale auszusteigen !
Es gibt auch politische Gründe, aufzuhören:
Superfrog kann ein Stachel im Fleisch der Mächtigen sein. Das kann er ganz prima! Superfrog kann auch eine Art Hofnarr sein. Das klappt auch recht gut.
Das war' s dann aber auch schon.
Als Vehikel für ernsthafte Lösungs-Vorschläge oder politische Gestaltung taugt Superfrog leider wenig !
Praktische Gründe, aufzuhören :
Superfrog-Aktionen bedeuten einen gewissen Aufwand an Zeit und Arbeitskraft.
Wenn dann der einzige Effekt darin besteht, dass sich ein paar Lokalpolitiker ärgern, ein paar Superfrog-Fans lachen und vielleicht die Lokalpresse ein paar Zeilen schreibt, dann ist diese Zeit und Arbeitskraft nicht sehr effizient eingesetzt worden.
Weiters:
Die Variations-Möglichkeiten beim Superfrog-Schmäh sind begrenzt.
Irgendwann läuft sich jeder Schmäh tot und wird fad. Man sollte besser vorher aufhören !
Persönliche Gründe, aufzuhören:
Meine Eltern goutieren meine Superfrog-Aktionen nicht sehr und sie sind schon alt. Ich möchte die verbleibenden gemeinsamen Jahre nicht mit familiären Konflikten überschatten .
Ich selbst bin mit mittlerweile schon 51 Jahren kein Jüngling mehr und komme langsam in das Alter, wo man gerne seine Ruhe haben möchte.
Ich habe mir mit meinen Superfrog-Aktionen viele Feinde geschaffen, die vermutlich nur darauf warten, dass ich einmal den Bogen überspanne oder einen Fehler mache, damit sie mir endlich juristisch an den Kragen können.
Ich schramme jetzt immerhin schon seit über zwei Jahren hart am Rande einer Vorstrafe vorbei. Mir persönlich wäre eine Vorstrafe an sich wurscht - wenn meine Eltern nicht darunter leiden würden - und wenn das Rote Kreuz nicht wäre, wo ich bekanntlich ehrenamtlich Dienst mache und als Vorbestrafter ausgeschlossen würde!
Ich bereue meine Superfrog-Aktionen nicht.
Es hat sicher nicht geschadet, dass einmal jemand mit ein paar derben Einlagen die politische Szene in Klosterneuburg aufgemischt und es den Politikern auf ziemlich extreme Art und Weise hineingesagt hat. Ich finde, das hat gepasst.
Aber was gestern richtig war und heute noch richtig ist, kann morgen schon überholt sein. Die Superfrog-Ära dauerte über zwei Jahre und war eine turbulente Zeit, die ich nicht missen möchte - aber jetzt geht sie zu Ende !
Ich liege damit übrigens in meinem Zeitplan , denn es war schon ursprünglich meine Absicht, zwei bis drei Jahre lang als Superfrog tätig zu sein.
Freilich wollte ich eigentlich die ganze Zeit über anonym bleiben und mich erst ganz am Schluss zu erkennen geben - naja , es war auch so ganz nett !
Es wird für mich ein ruhiger und friedlicher Lebensabschnitt beginnen.
Ja , das kann durchaus möglich sein, wenn ich es schaffe, die ganzen häßlichen Beton-Monster aus meiner Wahrnehmung auszublenden - und einen großen Bogen um alles mache, was irgendwie politisch sein könhte !
Ich freue mich schon auf diesen neuen Lebensabschnitt !
Superfrog aber entlasse ich in Ehren dorthin, wo er hergekommen ist: in die Tiefen der Au I!!
In diesem Sinne
Wolfgang Schröter,
über zwei Jahre lang bekannt unter dem Pseudonym "Superfrog"
ps.:
Ich habe noctteinen Restposten grünes Papier.
Wer möchte, kann gerne Superfrogs gesammelte Flugblatt-Werke bestellen - gratis, aber nur, so lange der Vorrat reicht!
Natürlich bei "Wolfgang Schröter, Metzgergasse 3, 3400 Klosterneuburg-Weidling" Die Adresse "In den Tiefen der Au" gibt es natürlich nicht !!!