PUK protestiert schärfstens gegen Tempokampagne der ÖVP-Klosterneuburg
Vorgeschichte
Die Gemeinde Wien hat im Sinn des Vorsorgeprinzips entsprechend dem Immissionsgesetz Luft diesen Winter im praktisch gesamten Gemeindegebiet von Wien Tempo 50 verordnet. Dies wurde unsererseits sehr begrüßt, weil es eine sinnvolle Maßnahme zur Eindämmung der Feinstaubproduktion darstellt. Ein bedeutender Anteil des durch den Verkehr erzeugten Feinstaubs wird durch Aufwirbeln und Wieder-Zermahlen von Ablagerungen durch Reifen verursacht. Es ist nachgewiesen, dass über 50 Kmh die Feinstaubproduktion überproportional zunimmt.
Populistische und unverantwortliche Reaktion
In einer Klosterneuburger Gemeinderatssitzung am 3. März 06 wurde seitens eines ÖVP-Mandatars ein Antrag gestellt, auf die Gemeinde Wien einzuwirken, dieses Limit wieder auf die ursprünglichen 70 Kmh hinaufzusetzen. Schweeger: „Schon dieser Antrag war verantwortungslos. Wir alle wissen, dass Klosterneuburg einer massiven Feinstaubbelastung ausgesetzt ist. Ständig wird der überregionale Charakter dieses Problems betont. Der ein paar hundert Meter weiter in Wien produzierte Feinstaub wird genauso bei uns importiert, wie der Klosterneuburger Feinstaub nach Wien exportiert wird.“
Dankenswerterweise haben es aber verantwortungsvolle Wiener Politiker abgelehnt, diesem Ansinnen nachzukommen.
Empörende Aufforderung zum Rasertum
Statt diesen Entschluss der Nachbargemeinde zu respektieren, werden nun knapp vor der Stadtgrenze zu Wien seitens der ÖVP Plakate aufgestellt, die einen provokanten Vergleich von 50 Kmh mit „Fiaker-Tempo“ anstellen und nun auf diesem Weg Tempo 70 fordern. Dies kann aus unserer Sicht nur einem krankhaften Beschleunigungswahn entspringen: für den rechnerisch maximal möglichen „Zeitgewinn“ von 45 Sekunden (!) würden erhöhte Unfallgefahr, erhöhter CO2-Ausstoß und gesundheitliche Belastungen in Kauf genommen.

Schweeger abschließend: „Wenn man bedenkt, dass sich die „Klimabündnisgemeinde“ Klosterneuburg zum Halbjahr mit 52 gemessenen Überschreitungen der höchstzulässigen Konzentration von 50µg/m3 Feinstaub PM10 an die Spitzenstelle von Niederösterreich katapultiert hat, kann man solche Aktionen nicht mehr als verspäteten Faschingsscherz betrachten, sondern als skurrile Selbstzerstörung – ein verächtlicher Schlag ins Gesicht jedes gesundheitsbesorgten Mitbürgers.“