Naturraum und Naherholung
Special Interest – Naturraum und Naherholung
Die PUK weiß seit ihrem Kampf gegen das Umfahrungsprojekt, wie wenig die diversen Naturschutzgesetze (Natura 2000/Landschaftsschutzgebiet-Bestimmungen, Wienerwald-Deklaration….) wirklich „greifen“. Diese Vorschriften sind in Wirklichkeit leider „zahnlos“. Naturschutz und Umweltschutz wird fast immer wirtschaftlichen Interessen untergeordnet; geht es um Verkehrsprojekte hat der Naturschutz in jedem Fall das Nachsehen.
Aus dieser bitteren Erkenntnis heraus hat sich die PUK zum Ziel gesetzt weitere Beeinträchtigungen des Naturraumes von Klosterneuburg zu verhindern.
Ganz besonders liegt uns der Schutz der Klosterneuburger Au am Herzen. Diese Grüne Lunge unserer Stadt wurde durch den Umfahrungsbau ökologisch stark in Bedrängnis gebracht. Sie bedarf also besonderen Schutzes, nicht nur wegen ihrer Einzigartigkeit, sondern weil der Auwald von großer Bedeutung für die Lebensqualität der Klosterneuburger BürgerInnen ist.
Klosterneuburg liegt eingebettet zwischen 2 besonders wichtigen Natura-2000 Gebieten, der „Wienerwald-Thermeregion“ und den „Tullnerfelder-Donau-Auen“. Unsere Stadt hat also das Privileg von zwei besonders schönen und ökologisch wertvollen Landschaften umgeben zu sein. Das bedeutet aber auch ein hohes Maß an Verantwortung im Bezug auf Stadtplanung und Naturschutz im Umgang mit diesen beiden geschützten Gebieten.
Während der Wienerwald als ökologisch bedeutsame Landschaft im Bewusstsein der KlosterneuburgerInnen fest verankert ist, führt die Klosterneuburger Au im Bewusstsein großer Teile der Bevölkerung ein eher stiefmütterliches Dasein. Wir alle wissen, dass der Naherholungsraum Wienerwald durch die Natura 2000-Gesetze und die Regelungen des „Biosphärenparks-Wienerwald“ geschützt werden soll – und vertrauen auch darauf. Viel und oft wird darüber in den Medien geschrieben; die beiden Landeshauptmänner von N.Ö. und Wien werden wiederholte Male beim Schulterschluss zum Schutz dieses Gebietes in bunten Prospekten abgebildet. Leider ist „diese Welt“ nicht ganz so heil, wie man uns glauben machen will. Stehen wirtschaftliche Interessen dahinter (Straßenbau, Siedlungserweiterungen) werden auch die oben zitierten Gesetze verwässert und umgangen. Damit das in Zukunft im Gemeindegebiet von Klosterneuburg nicht passieren kann, tritt die PUK für die kompromisslose Einhaltung der Natura-2000 Bestimmungen und der Wienerwald-Deklaration ein.
Am Fuße unserer Stadt liegt das zweite Natura-2000 Gebiet, die Klosterneuburger Au, die ein Teil der „Tullnerfelder-Donau-Auen“ ist. Diese Feuchtwälder stellen die Reste ehemaliger riesiger Auwälder entlang der Donau dar. Durch die Regulierung der großen Flüsse sind die Auen in ganz Europa zu kleinen Gebieten „zusammen geschrumpft“. In ihrer Einzigartigkeit, die Flora und Fauna betreffend, und in ihrer permanenten Gefährdung durch die nicht mehr regelmäßig stattfindenden Überflutungen, stehen sie aber unter dem besonderen Schutz der EU-Naturschutz-Gesetze. Auch hier muss gesagt werden, dass dieser Schutz leider allzu oft nur am Papier steht und wirtschaftlichen Interessen untergeordnet wird (Straßenbau, Brückenbau mit Zubringern, Gewerbeparks u. Schottergruben).
Zitat des NÖ Umweltanwaltes Rossmann: „Naturschutz (Umweltschutz) muss im Einklang mit wirtschaftlichen Interessen stehen“. Bekanntlich hat die Wirtschaft eine starke politische Lobby; die Natur kann sich nur auf das Engagement beherzter BürgerInnen verlassen.
Daher der Kampf der PUK gegen die Umfahrung; einerseits, weil das Projekt keine zukunftsfähige Verkehrslösung für Klosterneuburg war und ist (Schleuse aus dem Tullnerfeld wird geöffnet) und anderseits, weil diese Straße einen massiven Eingriff in den Lebensbereich der Klosterneuburger Au darstellte. Es wurden zwischen 47.000m² bis 56.000m² Baumbestand der Au gerodet, die dort lebenden – streng geschützten – Vogelarten weiter in Richtung Donau vertrieben, wichtiger Retentionsraum verbaut und das – ohnehin schon durch das Gewerbegebiet stark bedrängte – Restgebiet der Klosterneuburger Au noch mehr verkleinert.
Schon damals, als wir noch hofften, dass die Umfahrungsstraße nicht verwirklicht werden würde, ist bei den PUK-AktivistInnen der Gedanke gereift, man müsste für unsere Klosterneuburger Au etwas tun, ein eigenes Projekt zum Schutz der Au auf die Beine stellen. Nur durch vermehrte Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung für die Schönheit, aber auch Verletzlichkeit dieses Wasserwaldes vor unseren Toren, kann dieses Naturschutzgebiet vor weiteren Zugriffen bewahrt werden.
Mit großer Beharrlichkeit haben wir an der Verwirklichung eines solchen Projektes gearbeitet. Zwei unserer Aktivistinnen haben ein zweijähriges Naturvermittler-Seminar besucht und dieses auch sehr erfolgreich –mit einem Zertifikat des Landes NÖ – absolviert. Ein von der PUK veranstalteter Flohmarkt brachte uns das nötige Eigenkapital zur Gründung eines eigenen Vereins, der folgendes Ziel hat: „Naturvermittlung in der Klosterneuburger Au“ unter dem Motto: „Schauen-Schätzen-Schützen“.
Ein gut durchdachtes Projekt wurde vom Verein "Natur und Kunst" (der von zahlreichen PUK-AktivistInnen unterstützt wird) mit
einem Ansuchen um Förderung eingereicht. Es gibt dafür Geld von Bund, Land und EU aus dem Programm
„Erhalt und Verbesserung des ländlichen Erbes – Naturschutz“.
Im Rahmen dieses 2jährigen Projektes sollen Konzepte und Informations-Materialien für Exkursionen erarbeitet werden, um mit verschiedenen Zielgruppen die Klosterneuburger Au zu begehen. Diese Konzepte und Materialien sollen in 2 Pilotphasen erprobt, evaluiert und erweitert werden. Diese Exkursionen sollen die Klosterneuburger Bevölkerung, sowie Touristen und Erholungssuchende für die Komplexität und Schönheit der Aulandschaft und ihre Möglichkeit als Naherholungsgebiet sensibilisieren und ihnen die Bedeutung von Natur- und Landschaftsschutz näher bringen. Nach Ablauf des Projektes sollen diese Exkursionen weiter geführt werden und sich durch Sponsoring und Kostenbeiträge weitertragen.
Ziele:
- Sensibilisierung der Klosterneuburger Bevölkerung für den Naherholungsraum auf eigenem Gemeindegebiet, den Wasserwald an der Donau.
- Vermitteln von Wissen über die ökologischen Zusammenhänge des Lebensraumes Au und über das Natura 2000-Gebiet.
- Bewusstseinsbildung bei Erwachsenen und Kindern im Bezug auf das empfindlich gestörte Ökosystem der Klosterneuburger Au.
- Interesse wecken, diesen Teil unseres Gemeindegebietes wertzuschätzen und vor weiterer Zerstörung zu schützen.
- Aufzeigen der Erhaltungsmaßnahmen, die jede/r Einzelne vornehmen kann.
„WIR BRAUCHEN DIE
WILDNIS,
DAMIT DER MENSCH
DIE SCHÖNHEIT DER NATUR BEGREIFT.“
Projektdauer: August 2009 bis Juli 2011
Zielgruppen:
- alle Klosterneuburger und Klosterneuburgerinnen
- Kindergarten und Volksschulgruppen (Hort), mit Begleitungs- bzw. Aufsichtspersonen.
- Eltern mit Kindern, die nicht nur die Au näher kennen lernen wollen, sondern auch Flora und Fauna im Wechsel der Jahreszeiten beobachten.
- Menschen mit speziellem Interesse und Vorkenntnissen über biologische Fragen und Ökosysteme, z.B. Kräuter- und Wildsalatwanderungen, Vogelstimmen hören.
- Menschen, die einfach nur ein sinnliches Naturerlebnis suchen und vielfältige Naturmaterialien kennen lernen wollen.
- Hobbykünstler, die alte Handwerkskunst durch gemeinsames aktives Werken beleben wollen.
Erwartete Ergebnisse:
- Gesteigertes Verständnis und Wertschätzung der Bevölkerung für das komplexe System der Klosterneuburger Au, seine Schönheit und Verletzlichkeit.
- Informations- und Wissenszuwachs bei Schulkindern und Erwachsenen; Familienerlebnisse
- Anstoß für sanften Tourismus
- Vermehrtes Verständnis für Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von Naturschutz und verantwortungsvollem Verhalten in Natur- und Landschaftsräumen.
- Weiterführung der erarbeiteten Angebote nach Projektende
- Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Naturparks (vor allem Naturpark Eichenhain, Biosphärenpark Wienerwald, Nationalpark Donau-Auen)
Mit Ende 2009 wurde dem Förderansuchen des PUK Vereins „Natur und Kunst“ stattgegeben. Mit großem Elan und Begeisterung „stürzen“ sich Anfang 2010 alle Beteiligten in die Aktivitäten zur Umsetzung unseres „Kleinen Auprojektes“.
Naturschutz ist der PUK nicht nur ein Anliegen, sondern wir wollen Natur- und Umweltschutz, unter Einbindung möglichst vieler KlosterneuburgerInnen, auch aktiv umsetzen – also „leben“.