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PUK Statusbericht vom 2. 5. 2005

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Aktueller PUK Statusbericht vom 2.5.2005

Rechtsstatus Bewilligungsverfahren „Umfahrungsprojekt“

Klar ist, dass weiterhin keine rechtskräftige Bewilligung 2. Instanz vorliegt. Der Wasserrechtsbescheid ist noch nicht ergangen. Je nachdem, wen man fragt, erhält man unterschiedliche Antworten, wann das erfolgen soll.

EU-Beschwerde ist im Laufen. Die entsprechenden Österreichischen Behörden sind seitens der EU-Kommission bereits zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Die Österreichischen Behörden haben eine solche Stellungnahme angeblich schon abgegeben. Ende Mai soll eine „Paketsitzung“ in Brüssel stattfinden, die ev. weitere Schritte beschließt. Der Beschwerdeführer (wir) ist allerdings von der Akteneinsicht ausgeschlossen. Sollte es jedoch zu einem abschlägigen Entscheid der Kommission kommen, haben wir die Möglichkeit einer Stellungnahme.

Die Verfassungs- bzw. Verwaltungsgerichtshof-Beschwerden sind weiterhin im Laufen (haben aber keine aufschiebende Wirkung).

Die Stadtgemeinde Klosterneuburg hat per letztem Gemeinderatsbeschluss der vorangegangenen Periode (25.2.05) einen bedingten Sondernutzungsvertrag mit dem Land NÖ geschlossen, der zur Planung, Ausschreibung und Durchführung von Vorarbeiten für das „Umfahrungs-Projekt ermächtigt, sobald die oben angesprochene Rechtskraft vorliegt.

Besuch bei Straßenbau-Direktor DI Gruber/DI Gabler/Sekret. LH Pröll

Der Erfolg bei den Gemeinderatswahlen und der dadurch ausgelöste Verlust der absoluten Mehrheit der ÖVP hat – man höre und staune – binnen einiger Wochen zu einem Termin bei Verantwortlichen des Landes NÖ geführt. Zwar nicht wie erhofft direkt mit LH Pröll, aber doch mit dem obersten Beamten der in NÖ für die Umsetzung der Straßenbauprojekte zuständig ist. Teilnehmer unsererseits waren Lisa Pröglhöf, Walter Potucek und ich. Thema war die Logik der Trassenführung der Umfahrungsstraße.


Natürlich sind konkreten Ergebnisse oder Zugeständnisse weder zu erwarten gewesen noch erfolgt. Die Vertreter des Landes bezeichnen das „Umfahrungs“-Projekt weiterhin als „Mehrzwecklösung“ (Entlastung des Ortskernes und Erschließung Gewerbegebiet).

Unsererseits wurden einige Punkte eingebracht, die möglicherweise die Planer zum „Aufschnüren“ des „Umfahrungspakets“ anregen könnten. Stichworte unserer Argumentation:

  • Durch die Trassenführung der NO-Umfahrung Wiens (Stichwort „Außenvariante“) ergeben sich unzählige Diskussions- und Kompromissnotwendigkeiten mit der Gemeinde Wien. Damit könnte eine Anbindung des Gewerbegebiets auf Wiener Boden bei der Donauwarte, was bisher von Wien gnadenlos abgeschmettert worden war, wieder ins Gespräch kommen. Selbst eine Donaubrücke an diesem Standort (Donauwarte/Schüttau Richtung Langenzersdorf/Gross-Jedlersdorf)wäre für Klosterneuburg verträglicher. In beiden Fällen würde der Schwerverkehr nicht bis ins Gemeindegebiet hineingezogen.

  • Auch eine Erweiterung des an Klosterneuburg angrenzenden Gewerbegebietes Wien/Schüttau könnte sich durch eine Auflösung der Tegetthof-Kaserne ergeben und das Interesse Wiens an einer vernünftigen Anbindung erhöhen, weil damit auch das Wiener Areal aufgewertet würde.

  • Es herrscht inzwischen gemeinsame Sichtweise, dass ein Standort einer Donaubrücke bei der Rollfähre aus rechtlichen Gründen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr durchsetzbar ist (Durchquerung eines Natura2000-Gebiets).

  • Ein Tunnelstandort Bereich Martinskirche bis Kierlinger Straße/“Lackfabrik“ wurde – medienwirksam – auch seitens der SP-Fraktion des Gemeinderates als „Zweitbeste Lösung“ angeprangert. Was die „beste“ Lösung wäre, ist allerdings auch nicht klar.

  • Darüber hinaus sei seitens des Landes NÖ der Tunnel noch nicht wirklich „angedacht“. Ob das glaubhaft ist oder nicht, bleibt dahingestellt. Uns erscheint es eher als eine argumentative Rückzugsposition gegen die EU-Kommission, die die Filettierung von Bauvorhaben, um einer UVP zu entgehen, nicht toleriert. Eine Beantragung eines Tunnels innerhalb der nächsten 5-7 Jahre wird damit eher unwahrscheinlich. Bis dahin hat ökologisches Denken vielleicht auch mehr Anhänger gefunden.

Damit erscheint die derzeit geplante Trassenführung der „Umfahrung“ aber insgesamt denkbar ungeeignet um die von uns befürchtete großräumige Verkehrswirksamkeit, wie etwa die verbesserte Erschließung des östlichen Tullnerfeldes, zu erreichen. Weiterhin können wir Klosterneuburger, die an einem Heraushalten des Schwerverkehrs aus dem Stadtwohngebiet von Klosterneuburg interessiert sind, keinesfalls eine Erhöhung der Durchfahrtskapazität dieses Stadtwohngebietes zulassen.

Wenn eine Anbindung des Schüttau-Gewerbegebiets auf Klosterneuburger Boden unvermeidlich ist, könnte diese im Bereich der Esso-Tankstelle erfolgen, wo Wohnviertel in sehr viel geringerem Maße betroffen wären.

Auch eine Brückenlösung im Bereich Schüttau (von uns nicht wirklich für notwendig erachtet) wäre mit max. € 30 Mio (inkl. Anbindungen) noch deutlich kostengünstiger als die allein für das derzeit geplante erste Teilstück unserer „Hochschaubahn“ veranschlagten Kosten.


Seitens unserer Gesprächspartner wird versichert, dass auch für andere Gemeinden sehr viel Geld für Umfahrungen und/oder Infrastruktur ausgegeben wird, oft noch viel mehr als bei uns, und das ohne überregionale Verkehrswirksamkeit. Wenn wir diese Aussage ernst nehmen (was wir als Arbeitshypothese tun wollen), dann wurde im Falle von Klosterneuburg im vorauseilenden Gehorsam eine Lösung (mit-)ausgearbeitet, die unnötigerweise den Klosterneuburgern eine starke Belastung aufbürdet. Die Argumentation der Klosterneuburger Granden, Klosterneuburg könne die Finanzierung einer Anbindung nicht allein tragen, und die daraus abgeleitete scheinbare Notwendigkeit, einer suboptimalen Lösung zustimmen zu müssen, erscheint unter diesem Aspekt immer unsinniger. Wenn das Land NÖ unbedingt Geld ausgeben will – und in jedem Fall handelt es sich hier um öffentliche Gelder – wurscht aus welchem Topf sie kommen – so könnte das Projekt auch so umgeplant werden, dass eine für Klosterneuburg belastungsarme Anbindung des Gewerbegebiets erfolgt.

Aktion der PUK zum Internationalen Tag des Baumes

Auszug aus PUK-Pressemitteilung: PUK gibt Hoffnung nicht auf und pflanzt einen Baum

Ein friedlicher und von gedämpften Klängen einer Jazzband begleiteter Zug von PUK-Sympathisanten konnte am Sonntag dem 24. April, Vortag des Internationalen Tags des Baumes, beobachtet werden. Quer durch die Altstadt von Klosterneuburg ausgehend vom Lothringerviertel bis ins Martinsviertel wurde eine Papier-maché-Attrappe eines gefällten Baumes feierlich auf den Schultern einer Gruppe symbolisch zu Grabe getragen. Dieser Baum sollte stellvertretend sein für viele Bäume, die für undurchdachten Raumgewinn schon bisher ihr Leben lassen mussten (Stichwort „Aupark“).

Unmittelbar dahinter zogen schwitzend und sich gegenseitig abwechselnd eine zweite Gruppe einen 5m hohen jungen Ahornbaum auf einem Leiterwagen durch die Straßen der Babenbergerstadt. Dieser Baum wurde auch noch am gleichen Abend „beerdigt“ = gepflanzt – und zwar als Ersatz für einen aus Altersgründen gestorbenen Kastanienbaum, der sich auf der Trasse der geplanten „Umfahrungsstraße“ befand.

Die PUK setzt damit ein Zeichen, dass sie den Kampf gegen Natur- und Au-Zerstörung keineswegs aufgegeben hat. Die PUK übernimmt für diesen Baum vorerst Pflege und Patenschaft und zeigt auf, dass Baumbestand im Siedlungsgebiet einen wesentlichen Anteil an der Lebensqualität der Bevölkerung hat. Aus Sicht der PUK ist Pflege, Erhaltung und Erneuerung dieses Baumbestandes eine zentrale Aufgabe einer ökologischen Politik.

Zuletzt erhielt die PUK Verstärkung von einer Delegation von Gegnern der „Lobau-Autobahn“ aus Wien 22.

Arbeit im Gemeinderat

Wie bekannt sein dürfte, sind „Dringlichkeitsanträge“ mehr oder weniger das einzige Instrument, mit dem die PUK aktiv Themen in den Gemeinderat bringen kann. Anfragen ermöglichen zwar keine unmittelbare Debatte, geben aber Angriffspunkte für weitere politische Arbeit.

Die Wahl des Zeitpunkts des Einbringens ist eine taktische Entscheidung, und hängt davon ab, wie viel Zeit zur Vorbereitung man den anderen Gemeinderäten und der Verwaltung geben will.

Die Texte unserer Anträge und Anfragen werden künftig spätestens am Tag nach der Gemeinderatssitzung, in der sie eingebracht wurden, auf unserer Homepage herunterladbar sein.

Wir wollen das Instrument des Dringlichkeitsantrages aber nicht überstrapazieren, weil sonst nur Verärgerung ausgelöst wird. Wir sind weiterhin am Sondieren, wie offen verschiedene Ausschussvorsitzende sind, auch Eingaben an die Ausschüsse fair abzuhandeln. Sollte sich herausstellen, dass generell nur versucht wird, uns mundtot zu machen, wird uns schon ’was einfallen, was im Rahmen der Gemeindeordnung wirkungsvoll ist.

Erste „richtige“ GR-Sitzung am 8.4.2005 (nach der konstituierenden Sitzungsfarce am 1.4.2005)

Die PUK hat 4 Dringlichkeitsanträge (DA) und 2 Anfragen an den Bürgermeister eingebracht.

  1. DA: Einforderung einer Statuserhebung entsprechend Immissionsgesetz-Luft, Einbeziehung Klosterneuburgs in Sanierungsgebiet Luft- NO2 und Erlass eines Maßnahmenkatalogs beim Landeshauptmann NÖ.
    Das Land NÖ ist sowohl bei der Erstellung einer Statuserhebung betreffen Feinstaub PM10, als auch bei der Verordnung eines Maßnahmenkataloges säumig. Wesentlicher Punkt war, dass im Statusbericht, den die Gemeinde Wien am 16.3.2005 fertig gestellt hat, die Empfehlung ausgesprochen wird, auch Klosterneuburg ins das Sanierungsgebiet Stickoxide (NO2) einzubeziehen, weil wirksame Maßnahmen gegen diese Luftschadstoffe nur gemeinsam von Wien und Umland getroffen werden können.

Zitat aus der Wiener Statuserhebung:
Ein erheblicher Teil der Straßenverkehrsemission stammt aus Fahrzeugbewegungen, bei denen ein Teil der Fahrt außerhalb von Wien zurückgelegt wird (also die z.B. außerhalb von Wien beginnen oder enden). Bestimmte Maßnahmen (v. a. betreffend Verkehrsplanung und Raumordnung) müssten daher in enger Zusammenarbeit mit Niederösterreich durchgeführt werden. Bei der Planung von Verkehrsmaßnahmen ist auch wesentlich, dass diese nicht zu Verlagerungseffekten vom höherrangigen auf das niederrangige Straßennetz führen. Insbesondere muss vermieden werden, dass durch Verkehrsverlagerungen

die Gesamtemissionen zunehmen;

Wohngebiete stark betroffen sind (wobei auch eine eventuelle Zunahme des verkehrsbedingten Lärms berücksichtigt werden muss);

die von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Areale insgesamt zunehmen (schon die städtische Hinter-grundbelastung liegt im Bereich des Grenzwerts von 30 µg/m 3 als Jahresmittelwert).

Folglich sollte das eigentliche Sanierungsgebiet zumindest das gesamte Wiener Stadtgebiet umfassen.

Idealerweise sollten auch Teile der umliegenden niederösterreichischen Gemeinden mit hohen Bevölkerungs und Emissionsdichten in das Sanierungsgebiet einbezogen werden. Vor allem die Gemeinden Perchtoldsdorf, Brunn am Gebirge, Maria Enzersdorf, Mödling, Vösendorf, Wiener Neudorf, Guntramsdorf, Klosterneuburg, Langenzersdorf, Korneuburg und Schwechat werden vorgeschlagen.

Antrag mit Stimmenmehrheit der VP und Grünen (Enthaltung Erich Wonka) abgelehnt!

  1. DA: Aufhebung des Beschlusses über Sondernutzungsvertrag. Wenn ursprünglich geplanter Brückenstandort nicht realisierbar, wird Trassenführung zur teuren Fehlinvestition.
    Erwartungsgemäß durch die „Umfahrungs“-Befürwortungsmehrheit abgeschmettert.

  2. DA: Ausarbeitung eines Katalogs objektiver Kriterien zur Beurteilung der Förderwürdigkeit von Vereinen, sportlichen und kulturellen Initiativen. Ziel der Erhöhung der Transparenz der Mittelvergabe und der Nachhaltigkeit der Aktivitäten.
    Antrag mit Mehrheit abgelehnt.

  3. DA: Zurverfügungstellung eines unzensurierten redaktionellen Raumes im „Amtsblatt der Stadtgemeinde Klosterneuburg“ für alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen im Ausmaß einer halben Seite pro Ausgabe. Ziel: lebendiger Dialog und die Möglichkeit einer differenzierten Meinungsbildung zu schaffen.
    Antrag mit Stimmenmehrheit der VP und Grünen abgelehnt! So etwas Ähnliches zu erreichen, hatte die BGU/Grüne schon vor Jahren versucht. Jetzt sieht die Welt aber anscheinend anders aus.

  4. Anfrage: Status der Ablöseverhandlungen zw. Land NÖ/Stadtgemeinde Klosterneuburg und verschiedenen Grundeigentümern oder Nutzungsberechtigten im Zusammenhang mit dem „Umfahrungs“-Projekt. Spätestens am 20.5. muss eine Antwort erfolgen

  5. Anfrage: Veranlassung der Aufstellung der „gelben Informationstafeln“ während des Wahlkampfes Februar 2005, sachliche und rechtliche Grundlagen und Finanzierung. Vollmundiges Ankündigen von Hochwasserschutz und Parkdeck beim Kierlinger Bahnhof sind beim derzeitigen Stand der Planungen und Bewilligungen doch einigermaßen kühn. Auch hier werden wir am 20.5. mehr wissen.

Generell sind alle Anträge, Protokolle und Abstimmungsergebnisse im Gemeinderat öffentlich zugänglich. Jede/r kann Einblick nehmen. Wann diese Protokolle seitens der Gemeindeadministration elektronisch abrufbar sein werden, ist noch nicht klar, dürfte aber bald möglich sein.


Diese ersten Ergebnisse (mit gewissem „Testcharakter“) zeigen, dass die Arbeit im Gemeinderat mit den bestehenden Mehrheitsverhältnissen nicht einfach sein wird. Wir sind aber fest entschlossen, unserem ökologischen Wertesystem entsprechend weiter vorzugehen. Wenn bestimmte Gruppen glauben, einem Antrag nur deshalb nicht zustimmen zu können, weil er von der PUK stammt, werden sie auf Dauer unglaubwürdig. Wir werden jedenfalls jedem sinnvollen Antrag – von wem immer er kommt – unterstützen.

Feinstaub, Gesundheit

Angeblich bekommen wir eine zweite Luftgüte-Messstelle. Dass der Standort der ersten natürlich haarsträubend ist (Friedhofsgärtnerei am Hang des Buchbergs, weit weg von den Hauptemittenten), und überwiegend dem Herunterspielen der Problematik dient, pfeifen inzwischen die Spatzen vom Dach. Der Standort der zweiten Messstelle ist noch nicht ausdiskutiert.

Je kleiner die Partikel, desto gesundheitsgefährlicher für den Menschen.

Gemessen wird vom Feinstaub derzeit an den meisten Messstellen – so auch in Klosterneuburg – nur PM10. Der Mittelwert der Korngröße der Partikel aus Dieselabgasen liegt jedoch leider im sehr gefährlichen Bereich von PM1, also im Mikrometer-Bereich. Die Messungen unserer Freunde von GreenPeace mit ihrem Hochleistungsmessgerät haben gezeigt, dass gerade diese Partikel bei uns sehr stark vertreten sind. Erlaubter Grenzwert für Tagesmittelwert PM10 beträgt 50µg/m3 Luft. 30x pro Jahr wird die Überschreitung dieser Überschreitung toleriert. Ab dann heißt es: Sanierungsgebiet. Klosterneuburg – willkommen im Club. Grenzwerte für PM2,5 werden demnächst festgelegt.


Überregionale Grundbelastung macht ca. 60% der Immissionen aus. D.h. dass im Großraum ein großer Anteil Feinstaub produziert wird (andere produzieren für uns, wir für die anderen). Die Ausrede, das käme alles aus dem bösen „Osten“ hält nicht. Die Lebensdauer von Feinstaubpartikel, speziell der oben visualisierten Ultrafeinstäube, die noch kleiner sind als PM10, wie PM2,5 und PM1 haben eine Lebensdauer von ca. 10 Tagen und eine Reichweite bis über 1000 Km. Diese Partikel verteilen sich also über ganz Europa. Wind ist zentraler Transportdienst.

Auf der Produktionsseite – den Emissionen, die restlichen 40% lokal produzierten Feinstaubs, auf dessen Entstehung wir sehr wohl Einfluss haben – sieht die Sache folgendermaßen aus: Straßenverkehr und sog. Off-road-Verkehr (z.B. Baufahrzeuge) haben einen zwischen 55% und 70% großen Anteil an der Feinstaubproduktion. Davon wiederum kommt nur ein relativ kleiner Teil (15%-20%) aus dem Auspuff (vor allem der Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter), der Rest entsteht durch Abrieb (Bremsen, Reifen, Straße), Wiederaufwirbelung und weitere Zermahlung. Andere Quellen von Feinstaub sind Industrie, Hausbrand, Landwirtschaft und natürliche Erosionsvorgänge, die allerdings zusammengenommen eben nur zwischen 30% und 45% des Feinstaubs liefern.

Dieser Luftcocktail verursacht in Österreich 4600 zusätzliche Todesfälle pro Jahr. Umgerechnet auf die Bevölkerung von Klosterneuburg sind das 20. Ob die Todesursache Lugenkrebs, Lungenentzündung, Herzinfakt sein wird, können wir uns nicht aussuchen. Die Einschränkungen der Lebensqualität durch Reizung von Atemwegen, unter denen besonders Menschen mit Prädispositionen (Allergiker, Asthmatiker) besonders leiden, sollen nur am Rand erwähnt werden.

Berechnungen zeigen, dass uns allen Feinstaub statistisch 6-7 Monate unseres Lebens kostet (ob da die Raucher inkludiert sind, die in geschlossenen Räumen die höchsten Feinstaubkonzentrationen produzieren, weiß ich nicht, wie ich fairerweise zugeben muss).

Und das Ozon (O3)…

Es wird Sommer, und Ozon kommt daher in aller Munde. Eine äußerst reaktive Form des Sauerstoffs. Das Gas hat starke Reizwirkung auf Atemwege (überhaupt auf alles, das es oxidieren kann). Entsteht durch einen komplexen chemischen Prozess unter Einwirkung des Sonnenlichtes. Spitzenwerte immer zwischen 12:00 und 14:00. Abbau (sprich Reaktion mit allem, mit dem sich Sauerstoff verbinden kann) sehr rasch, in 2 Stunden gibt’s es nicht mehr.

Der chemische Mix in der Atmosphäre, der eine Voraussetzung für Ozon-Entstehung darstellt, wird vorher in der Früh und am Vormittag geschaffen. Wenn die Sonne nicht intensiv scheint, starker Wind bläst, unterbleibt die Bildung von Ozon. Lieferanten der Ausgangsstoffe auch wieder Ver­brennungsmotoren und Industrieabgase, Hausbrand hat im Sommer naturgemäß geringe Bedeutung.

Heute (2.5.2005) wurde zum ersten Mal im Wiener Raum die „Informationsschwelle“ erreicht, also eine kritische Konzentration. Schutz ist vorerst ein passiver: d’rin bleiben, keine anstrengenden Arbeiten im Freien, vor allem mittags, vor allem Kinder, vor allem Menschen mit Vorschädigung.

Im Gegensatz zu Feinstaub steht bei Ozon die kurzfristige Schädigung des Organismus im Vordergrund.

Maßnahmen gegen Luftschadstoffe

Auch wenn es sehr unpopulär ist, wir werden es nicht schaffen, die Gesundheitsgefährdung unter ein vertretbares Maß zu reduzieren, wenn wir nicht die Gesamtmenge an gefahrenen Kilometern (zumindest mit der heute verwendeten Technologie) DRASTISCH verringern. In Graz etwa müsste, um die Grenzwerte einzuhalten, der Kfz-Verkehr um 80% reduziert werden (Ihr lest richtig: um 80%, nicht auf 80%). Graz ist aber nicht viel schlimmer als der Wiener Raum (außer der Beckenlage), dort hat man nur die Messstelle so aufgestellt, wie es sich gehört.

Inzwischen sind Prognosemethoden sowohl für Feinstaub als auch andere Luftschadstoffe äußerst präzise. Mit wenigen meteorologischen Parametern, Kalenderdaten und dem Verkehrsaufkommen lassen sich die zu erwarteten Belastungen sehr exakt vorhersagen. Damit ist auch Prophylaxe möglich und umsetzbar.

Da die EU die Grenzwerte nicht verändern will, werden wir uns auf Fahrverbote und ähnliches einstellen müssen. Je früher, je besser, weil unsere Gesundheit und die unserer Kinder wichtiger ist als die große Freiheit des Herumkutschierens. Die Kosten eines günstigeren, attraktiveren und subventionierten öffentlichen Verkehrs müssen mit der Ersparnis in der Krankenbetreuung gegengerechnet werden.

Vernetzungsaktivitäten

Es sieht jedenfalls so aus, dass individuelle Rechte auf Unversehrtheit der Gesundheit in der EU seit 1.1. dieses Jahres tatsächlich eingeklagt werden können.

In Graz hat eine Gruppe (um Christian Wabl/Stmk. von der "Iniatitive Feinstaub ade") eine Feststellungsklage eingebracht. Wer klagen kann, was eingeklagt werden kann, wer geklagt wird, ob das Verbandsklagen sein können, was das kostet usw. wird derzeit von einer Gruppe, zusammengesetzt aus Vertretern mehrerer Bürgerinitiativen, evaluiert. Unseres Wissens sind solche Klagen bereits in einer Reihe von deutschen Städten erfolgt.

Devise: wer uns krank macht, wird vor den Kadi gezerrt.

Nächste Kernteamsitzung

Zur Vorbereitung der nächsten Gemeinderatssitzung am 20. Mai 2005 findet am Dienstag, 17. Mai 2005 um 19:00 eine „PUK-Kernteamsitzung“ statt. Agenda und Ort werden in einer separaten Mail mitgeteilt. Wer gerne im Kernteam mitarbeiten möchte, ist herzlich eingeladen, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Vorab: eine gewisse Kontinuität in der Mitarbeit ist hier wirklich wichtig. Wer schon vorher weiß, dass ihr/ihm das nicht möglich sein wird, sollte eine andere Form des Mittuns, z.B. in einzelnen Projekten, andenken. Bitte schreibt in einer Email, was Euch wichtig ist, oder ruft uns an.

„PUK im Gespräch“

Im Gegensatz zur Kernteamsitzung ist dieses vorerst monatliche Forum des gemeinsamen Nachdenkens/Kontaktstunde für jede/n ohne Voranmeldung offen. „PUK IM GESPRÄCH“ wird abwechselnd oder gemeinsam durch Lisa und mich gestaltet. Ziel ist es, sich untereinander austauschen zu können, Informationen zu geben oder zu erhalten ohne Förmlichkeit und Druck. Trotzdem eine Bitte: gebt uns eine Chance, uns auf spezielle Fragen und Themen von Euch vorzubereiten!

Zeit: Jeder 3. Mittwoch im Monat, 18:30-21:00. Das nächste Mal am 18. Mai 2005, 18:30-21:00. Ort: Café-Bar-Restaurant MALO, Stadtplatz 17, im Lokal hinten (Tel: 02243-30333).

Informationsblatt

Aufgrund der zumindest vorläufigen Unmöglichkeit, im Amtsblatt Raum für die Darstellung unserer Sicht der Dinge zu erhalten, werden wir vorerst eine Nummer eines eigenen Informationsblattes erzeugen, die an alle Klosterneuburger Haushalte verteilt werden wird.

Für die weiteren Nummern werden wir uns allerdings einen Weg einfallen lassen müssen, bei dem zumindest der Versand von den Interessenten finanziert werden muss (pro Nummer ca. € 0,55). Wie genau wir das organisatorisch regeln werden, haben wir noch nicht beschlossen. Die elektronische Information bleibt natürlich unverändert kostenlos.

Es ist uns nur inzwischen klar geworden, dass die alleinige Verteilung von Information über Email – auch wenn schnell und kostengünstig möglich – leider nicht ausreicht, um mehr BürgerInnen zu erreichen, weil wir deren Email-Adressen nicht haben.


LG an alle – und abschließend Dank für die Geduld, so lange auf einen Statusbericht warten zu müssen. Ich hatte eine Auftankzeit nötig.


Bernd (Schweeger)

2.5.2005

Last modified 2005-12-01 10:47 AM
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